Der Pianist

Seine Karriere zeigt keine "normale" Pianisten-Biographie: als jüngstes Kind einer hochmusikalischen Familie hatte Robert Leonardy zunächst eher sportliche als musikalische Ambitionen; allerdings war Prof. Fritz Griem, seinem ersten Lehrer an der Saarbrücker Musikhochschule, sofort das "verwilderte Ausnahmetalent" des damals Vierzehnjährigen aufgefallen, der anschließend beim Studium in Frankfurt von dem bekannten Liszt-Schüler Prof. Erich Flinsch ("für eine Pianistenkarriere ist es fünf vor zwölf") in eine strenge Ausbildung genommen wurde.

Mit Erfolg: Leonardy errang wichtige Preise auf internationalen Klavierwettbewerben, spielte in allen großen Musikzentren Europas. Anfangs wegen seiner "späten Laufbahn" von den großen Dirigenten eher als "Quereinsteiger" betrachtet, konnte sich Robert Leonardy später nach Auftritten in London, Berlin und München - von der Kritik wegen seiner "außergewöhnlichen Anschlagskultur, profunden Musikalität und stupender Technik" mit glänzenden Rezensionen versehen - endgültig durchsetzen. Zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen, Rundfunk- und Fernsehsendungen schlossen sich an. Heute gehört Robert Leonardy zu den interessantesten deutschen Pianisten mit einem Repertoire von der Vorklassik bis zur Gegenwart.

JOACHIM KAISER, Süddeutsche Zeitung:
"Ach, wenn es doch mehr Künstler gäbe, die so neugierig, wagemutig, unternehmungslustig, vielseitig sind wie Robert Leonardy - und außerdem so fabelhaft virtuos Klavierspielen können!"
JOHN AMIS, The Times London:
"That's real Chopin - all the virtuosity, all the poetry, played with imagination, style and elegance. Lovely!"
CRISTOBAL HALFFTER, Madrid: "Diese CD mit Chopin hat mich sehr gefreut. Wir werden sehr gerne noch über die außerordentliche Aufführung sprechen. Ich gratuliere!"

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NÄCHSTE KONZERTE:

 

31. Dezember 2010, Mozart: Klavierkonzert a-Dur KV 414, Basilika Saarbrücken 21.00 Uhr

11. März 2011, Tschaikowsky: Klavierkonzert b-moll, Neubrandenburger Philharmonie, Konzertkirche Neubrandenburg

12. März 2011, Tschaikowsky: Klavierkonzert b-moll, Neubrandenburger Philharmonie, Güstrow, Ernst-Barlach-Theater

13. März 2011, Tschaikowsky: Klavierkonzert b-moll, NeubrandenburgerPhilharmonie, Neustrelitz, Landestheater

17. März 2011, Tschaikowsky:Klavierkonzert b-moll, Gwacheon City Academic Symphony Orchestra, Korea

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DIE RHEINPFALZ, Samstag, 02. Oktober 2010:

ROBERT LEONARDY GIBT EIN BENEFIZKONZERT (von Reiner Henn)

Das Benefizkonzert für die seit zehn Jahren bestehende Senegalhilfe-Stiftung am Donnerstagabend sprengte gleich in mehrfacher Hinsicht den Rahmen des sonst Gewohnten: Es ist äußerst selten, dass sich ein Interpret bei solchen Veranstaltungen aber wirklich alles abverlangt, die anspruchsvollsten Meisterwerke aus den verschiedenen Stil- und Gattungsbereichen spielt und sich dabei in weiteren Zugaben ein Höchstmaß an spielerischer Präzision wie an gestalterischer Intensität und klanglicher Expressivität einstellt.

Robert Leonardys Kostproben seines hohen pianistischen Könnens waren letztlich Ausdruck der Krönung seiner internationalen Konzertkarriere, die in seinem 70. Lebensjahr keinerlei Ermüdungserscheinungen erkennen lässt. Bei Beethovens Klavier-Sonate in f-moll "Apassionata" verlieren sich viele Interpreten oft in den aufwühlenden Stimmungen, deuten das Werk als Naturpoesie mit ständigem Rubato und mehr als Fantasie und weniger die klassischen Formen aufspürend. Leonardys Spiel- und Sichtweise ist dagegen von einer großen inneren Ruhe, einer gewissen Distanziertheit und Abgeklärtheit im positiven Sinn geprägt. Er reiht diese Sonate in den Kontext der Spätklassik, ohne deren Formgebung, Ästhetik, Klarheit und Eleganz der melodischen Linien aufzugeben. In dieser Ruhe und Souveränität lag eine große Kraft. Dabei vermeidet Leonardy bewusst Übertreibungen, er glättet eher, hebt sich pathetische Steigerungen für das chronologisch fortschreitende Programm auf.

DEN VIRTUOSEN GIPFEL ERREICHTE LEONARDY MIT SÄTZEN VON RAVEL

So etwa für die "Rigoletto"-Paraphrase von Franz Liszt, für dessen Oeuvre er ohnehin prädestiniert scheint: Leonardy studierte an der Frankfurter Musikhochschule bei Erich Flinsch, dem Enkelschüler von Liszt. Danach wurde Leonardy seit 1971 Professor an der Musikhochschule Saarbrücken, wo er sich auch als Begründer und Leiter der Musikfestpiele Saar einen Namen gemacht hat. In den virtuosen Umspielungen von Verdis Themen aus der gleichnamigen Oper konnte dieser Pianist immer die melodische Substanz deutlich heraus heben; diese wurde keinesfalls in den stürmischen Akkordkaskaden ertränkt, sondern filigran herausgearbeitet.

Mit Schumanns Fantasiestücken und Romanzen sowie in den Balladen von Chopin kam ein erzählender Ton die die Klavierliteratur. Schumann - als Zugabe - und Chopin wiesen diesen Konzertpianisten als Gestalter der rhapsodischen Freiheit, der Klangfarben in allen Facetten aus. Doch Leonardy malt und kleckert nicht mit dickem Pinsel, sondern zeichnet auch hier feinste melodische Linien mit Tusche und angespitzter Feder: Plastisch und fein heraus ziselierend.

Den virtuosen Gipfel erklomm dann die Vortragsfolge mit Ravels Klaviermusik "Gaspard de la nuit". Wie der Titel, gibt der Zyklus von Charkterstücken Rätsel auf, auch spielerisch, etwa in der "Ondine": Eine gewagte Form des Tremolos leitet diese ein, und selbst hier meistert Leonardy alles mit entwaffnender Klarheit. Auch beim letzten Satz sind zahlreiche grifftechnische Schwierigkeiten miteinander verwoben, die hier allerdings von dem Pianisten überlegen bewältigt wurden.